Neuseeland #3 - Die erste Woche Arbeiten
Heute ist schon wieder ein Sonntag und ich bin jetzt schon eine Woche auf Waiheke Island. Zeit für einen neuen Bericht. Waiheike Island ist ein kleines Paradies, die Menschen sind sehr Freundlich und ich fühle mich richtig wohl. Bei der Arbeit sowie bei meinem Gastgeber.
Ich versuche euch heute zuerst einen kleinen Überblick zu verschaffen und danach gebe ich euch einen Einblick in mein Tagebuch.
Vielen Dank für eure Mails und Nachrichten. Es gibt mir die Motivation den Newsletter zu schreiben.
Viele Grüße aus Waiheke Island,
Michael
Wo bin ich gerade?
Onetangi – Waiheke Island – New Zealand
Der Ort Onetangi liegt in der Onetangi Bay. Es gibt einen wunderschönen langen Sandstrand. Ich Wohne bei Craig in einem Haus quasi direkt am Strand. Die Aussicht vom Haus ist gigantisch.
Was mache ich hier?
Über die Plattform HelpX habe ich Craig als Gastgeber gefunden. HelpX ist eine Plattform, wo Gastgeber die Helfer für alle möglichen Arbeiten suchen sich eintragen können. Als Helfer arbeitet man dann 4-6 Stunden am Tag für den Gastgeber und bekommt als Gegenleistung eine Unterkunft und Essen gestellt. Die Details klärt man direkt mit dem Gastgeber.
Mit Craig ist vereinbart, dass ich 4-5 Stunden für jede Nacht die ich bleibe arbeiten muss. Dafür habe ich ein Zimmer mit richtigem Bett und bekomme alle Mahlzeiten. Nur Bier muss ich selber kaufen, wobei Craig mit unserer Arbeit so zufrieden ist, dass er bis jetzt auch das Bier bezahlt hat.
Mit wem lebe ich hier zusammen?
Craig ist der Gastgeber. Was ich über Ihn weis ist, dass er Kinder hat, gerne Fischen geht und sein Geld mit der Vermietung seiner Hütten verdient. Er ist sehr freundlich, hilfsbereit und ein entspannter Typ.
Marion ist die andere HelpX Helferin. Sie ist 24 Jahre alt und kommt aus Frankreich. Sie ist auch erst seit kurzem in Neuseeland.
Misty ist die Hauskatze.
In einer der Hütten lebt schon seit einem Jahr ein Paar aus den Niederlanden. Die beiden haben schon einiges von der Welt bereist und leben jetzt gerade hier und Arbeiten in einem Restaurant.
- Craig, Marion und Ich
- Misty
Was Arbeite ich hier?
Aktuell bauen wir eine kleine Terrasse um den Weg zur Hütte breiter zu machen. Dabei helfe ich Craig bei allem Möglichen. Vor allem bin ich für die körperlich anstrengenderen Sachen zuständig, da Craig Probleme mit dem Rücken hat.
- Craig beim Arbeiten
Wie ist das Wetter zurzeit?
In Neuseeland ist es aktuell noch Frühling. Über Neuseeland ist ein Ozonloch was den netten Effekt hat, dass sobald die Sonne scheint es warm wird. Der Nachteil ist, dass man sehr auf Sonnenbrand aufpassen muss. Bis jetzt hab ich noch keinen bekommen. Den Tag über kann man ohne Probleme mit kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen. Abends wird es aber immer Kalt. Da die Häuser nicht gedämmt sind wird es auch drinnen Kalt. Die Sonne wechselt sich immer wieder mit Regen ab. Heute zum Beispiel Regnet es so wie es aussieht den ganzen Tag nur.
Wie geht’s weiter?
Ich muss mir jetzt langsam überlegen, ob ich hier ein Auto kaufen will. Sobald der Sommer hier anfängt werden die Preise vorrausichtlich steigen. Ansonsten habe ich den Plan in Neuseeland ungefähr vier Wochen als Softwareentwickler oder SCRUM Master zu arbeiten. Es interessiert mich sehr wie die Menschen auf der anderen Seite der arbeiten. Hier auf Waiheke Island bleibe ich vorrausichtlich noch eine Woche. Entweder ich fange dann gleich an zu Arbeiten in Wellington / Auckland oder ich versuche noch ein bisschen mit HelpX rumzukommen. Dann reise ich vermutlich erst mal in den Norden und dann runter bis nach Wellington.
Tag 7 - Dienstag: Das erste Mal schwimmen im Meer
Bei Craig zu arbeiten ist genau das Richtige für mich. Es macht mir richtig Spaß und ich würde sogar gerne mehr arbeiten. Craig muss mir extra sagen wann es genug ist und ich aufhören soll. Ich denke Craig als ersten Gastgeber zu haben ist das Beste was mir passieren konnte. Heute habe ich den Rest vom Hang von Pflanzen befreit und wir haben den ersten Teil vom Grünschnitt weggebracht. Der Nachbar Rob hat auch noch Grünschnitt gehabt und ich habe auch da kurz beim Aufladen und Wegbringen geholfen. Rob ist auch ein sehr netter Typ. Nach dem Arbeiten bin ich mit Marion an den Strand und wir sind ihn einmal komplett abgelaufen. Der Strand ist wirklich schön. Das Wasser ist zwar noch ein bisschen Kalt, aber ich bin am Ende trotzdem noch kurz zum Schwimmen rein. Heute war Marion mit Kochen dran und ich habe ein wenig dabei geholfen.
Ich dachte nie, dass HelpX wirklich so gut funktioniert. Mittlerweile haben mich schon zwei Leute kontaktiert ohne dass ich vorher Kontakt aufgenommen habe. Es gibt also wirklich Gastgeber die auch aktiv nach Helfern suchen.
- Nach der Arbeit
- Nach der Arbeit
- Nach der Arbeit
Tag 8 - Mittwoch: Graben, graben Pfosten setzten
Heute war ein arbeitsreicher Tag. Aber da mir die Arbeit echt Spaß macht ist es auch gar kein Problem für mich. Craig hat sich spontan dazu entschieden den Weg zu einer der Hütten mit einer Terrasse breiter zu machen. Nachdem ich am Abhang die Pflanzen entfernt habe ist einem erst bewusst geworden wie schmal der Weg eigentlich ist. Also werden wir in den nächsten Tagen eine Terrasse bauen. Davor es aber an die Holzarbeiten geht durfte ich 4 Löcher am Abhang für die Pfosten graben. Gar nicht so einfach wenn man nirgends richtig stehen kann. Craig war dann mit Marion noch Angeln. Das darf ich dann nächste Woche auch mal machen. Nachdem die beiden zurück waren hat Craig noch Pfosten und Beton gekauft und wir haben gleich die Pfosten einbetoniert.
In der Zeit mittags habe ich dann mal angefangen zu überlegen, was ich eigentlich nach Waiheke Island tun will. Bis zum Jahreswechsel will ich auf jeden Fall noch auf der Nordinsel ein wenig rumkommen und für ungefähr 4 Wochen als Softwareentwickler oder SCRUM Master arbeiten. Tendenziell bevorzuge ich aber als SCRUM Master zu arbeiten. So habe ich also ein wenig nach passenden Firmen gesucht, wo ich mich dann tendenziell bewerben kann. Für das Rumreisen habe ich mal geschaut, wie man am besten so ohne Auto rumkommt.
- Baustelle Terrasse
Tag 9 - Donnerstag: Felsenklettern an der Küste
Heute haben wir vor allem bei einer Nachbarin geholfen im Garten aufzuräumen. Mal wieder genau die richtige Arbeit für mich – Pflanzen rausreisen. Fürs helfen haben wir dann eine Flasche Wein bekommen. Den haben wir auch gleich abends getrunken – mein erster Neuseeländischer Wein. Es war ein sehr guter Wein. Ich freue mich schon darauf wenn ich eine Weinprobe hier auf der Insel mache.
Nach der Arbeit sind dann Marion und Ich aufgebrochen um an der Küste entlang der Felsen zu gehen. Das wollten wir schon die ganze Woche machen, da es hier aber auch Ebbe und Flut gibt geht es nur bei Ebbe. Bei Flut sind die Felsen unter Wasser und man kann nirgends entlanglaufen. Von Ebbe zu Flut und andersrum braucht es 6 ½ Stunden. Also verschiebt sich die Ebbe jeden Tag um eine Stunde. Heute meinte Craig dass wir jetzt eigentlich ohne Probleme losgehen könnten.
Der Weg entlang der Felsen ist wunderschön wenn auch nicht ganz einfach. Zum Teil ist richtiges Klettern angesagt. Nur ohne Sicherung und mit Felsen unter einem. Aber wir sind wieder Gesund zurückgekommen. Zwischendurch kommt man bei wunderschönen Privatstränden vorbei. Wir haben es leider nicht bis zu unserem Ziel geschafft, da das Wasser schon wieder gestiegen ist und der Weg vor uns schon unter Wasser war. Wir haben uns dann entscheiden zurückzulaufen. Auf dem Weg zurück sind wir dann noch an einem Strand ohne Landzugang schwimmen gegangen. Der Weg hat sich richtig gelohnt und wir haben einige wunderschöne Stellen von Waiheke Island gesehen.
- Felsenklettern an der Küste
- Felsenklettern an der Küste
- Felsenklettern an der Küste
- Felsenklettern an der Küste
Abends habe ich dann das erste Mal selber in Neuseeland gekocht. Ich hab Hangeschabte Spätzle gemacht und daraus Käsespätzle. Dafür habe ich extra aus Deutschland ein Spätzlebrett und Spätzleschaber mitgenommen. Es ist gar nicht so einfach jemanden zu erklären, was eigentlich Spätzle sind. Ich hoffe dem Rest hat es geschmeckt.
- Hangeschabte Spätzle
Abends haben wir wie bis jetzt jeden Abend die Serie Narcos zusammen angeschaut. Season 1 haben wir heute fertig geschaut.
Tag 10 - Freitag: Regen
Heute war der erste verregnete Tag auf der Insel. Wir haben deshalb auch kaum etwas gearbeitet. Dafür bin ich heute in meinem Angular JS, ein Fachbuch übers Programmieren, endlich mal etwas weiter gekommen. Mittags habe ich mit Marion Karten gespielt. Zuerst ein bisschen Schwimmen (Einunddreißig) und danach habe ich Ihr Wizard erklärt. Man kann Wizard auch ganz gut mit Skatkarten spielen. Es ist nur nicht besonders einfach ein Spiel auf Englisch zu erklären, finde ich. Manche Wörter zum Erklären habe ich dann einfach gleich mit Google ins Französische übersetzt. Heute hat Craig gekocht. Er hat den ganzen Tag Fleisch kochen lassen. Ein sehr leckeres Essen. Abends haben wir dann noch den ersten Teil von Godfather II angeschaut.
Tag 11 - Samstag: Vineyard Walk
Heute war wieder herrliches Wetter. Wir sind bei der Terrasse ein gutes Stück weiter gekommen. So langsam spielt sich das Arbeiten mit Craig auch richtig gut ein und wir Arbeiten ohne viel Absprachen zusammen. Was mir in Neuseeland auffällt ist, dass viele Dinge dich ich einfach mit einer Spax (Schraube) festmachen würde hier mit Nägeln festgemacht wird. Mein Arm ist das viele Nägel reinhauen einfach nicht gewöhnt.
- Bei der Arbeit
- Bei der Arbeit
- Bei der Arbeit
Am Nachmittag haben Marion und Ich das gute Wetter genutzt und sind losgezogen um auf ein paar Weingütern den Wein zu probieren. Hier liegen ein paar Weingüter nah zusammen und man kann einfach alle zu Fuß erreichen. So spart man sich schon mal die Kosten für einen Bus der einen zu den Weingütern fährt. Beim ersten Weingut haben unsere Nachbarn, die Niederländer, gearbeitet. Dort haben wir dann die ersten 5 Weine probiert. Man muss schon sagen, Wein auf Weiheike Island ist richtig gut. Wir haben den Nachmittag sehr gemütlich angegangen und haben erst noch einen Kaffee (Flat White) getrunken bevor wir weitergezogen sind. Auf einem schönen Weg durch den Weinberg geht es dann zum nächsten Weingut. Dort gibt es dann wieder 5 sehr gute Weine zum Probieren. Dort hat ein junger Mann gearbeitet mit dem wir uns gut unterhalten haben. So haben wir noch ein wenig über Wein in Neuseeland erfahren. Es gibt zum Beispiel keinen Wein der Ursprünglich aus Neuseeland stammt. Alle Weinreben wurden von Englischen oder Französischen schiffen während der Kolonialisierung auf die Insel gebracht. In Neuseeland gibt es nicht so viele Auflagen für Wein, sodass die Neuseeländer viel damit experimentieren. Der Wein auf der Insel ist auch sehr Teuer. Das liegt zum einen an den hohen Steuern für Wein und zum anderen daran, dass auf der Insel keine Maschinen zum Ernten eingesetzt werden können. So braucht es also jeden Sommer mehr als 30 Helfer zum Ernten, die alle einen sehr guten Stundenlohn bekommen. Im Gespräch habe ich dann gleich seine E-Mail Adresse bekommen. Falls ich also im März noch mal zurück auf die Insel will habe ich einen Kontakt wo ich einen Job bei der Weinernte bekommen kann. Da mir die Insel wirklich gefällt und einmal bei einer Weinernte mitzumachen sicherlich spannend ist werde ich mir das auf jeden Fall merken.
- Vineyard Walk
- Vineyard Walk
- Vineyard Walk
- Vineyard Walk
