Endlich kommt der nächste Newsletter. Dieses Mal mit einigen Tagen Verspätung. Zurzeit bin ich die meiste Zeit unterwegs und hab selten Internet. Ich hab mich dazu entschieden trotzdem nicht mehr als eine Woche in den Newsletter reinzupacken. Der nächste kommt dann wenn alles nach Plan verläuft wieder am Sonntag.

Grüße von der 90 Mile Beach

Michael


Wo bin ich gerade?

Von Waiheke Island bin ich zur Bay of Islands gefahren. Zurzeit bin ich in Waitangi auf einem Campingplatz.

Was mache ich zurzeit?

Nachdem ich Waiheke verlassen habe bin ich mit dem Auto zum Campen unterwegs.

Was sind meine nächsten Pläne?

Ich will mit dem Auto bis Cape Reinga, der Nördlichste Punkt von Neuseeland, fahren und danach wieder eine Woche oder länger mit HelpX bei einem Gastgeber verbringen.

Wie geht’s mir?

Ein Tag ist prima, ein Tag ist schlechter. Wieder ohne genauen Plan und ohne Leute die man kennt unterwegs zu sein ist ein komisches Gefühl.

Was nehme ich von Waiheke Island für mich mit?

  • Ein Selbstgemachtes Sandwich oder ein Wrap am Mittag ist was Geniales. Gesund- schnell – lecker
  • Man kann jeden Tag Gemüse essen und es tut nicht weh. Gemüse aus dem eigenen Garten ist was ziemlich leckeres.
  • Mit einer Bürste und „Sugar Soap“ sieht manch altes Holz wieder aus wie Neu.
  • Arbeit kann verdammt viel Spaß machen.
  • Neue Leute wirklich kennen zu lernen ist bereichernd.

Mein Auto

Ich hab mir einen Toyota Raum mit Automatik Baujahr 1998 gekauft. Er hat schon über 200000 Kilometer hinter sich. Für sein alter aber noch ganz gut in Schuss. Gekauft habe ich es von einem Maler auf Waiheke Island. Ins Auto habe ich mir ein Gestell für eine Luftmatratze gebaut und einiges an Campingausrüstung gekauft. Für mich ist das Auto gerade groß genug aber immer noch schön klein zum entspannt fahren

Fahren in Neuseeland

Man gewöhnt sich relativ schnell daran auf der „falschen“ Seite zu fahren. Das komplizierteste an der Umstellung ist eigentlich, dass der Blinkerhebel auf der anderen Seite ist. Fahren in Neuseeland ist eher gemütlich. Das maximale Tempo ist überwiegend 100 KM/H auf kurvigen Straßen. Besonders ist hier, dass es sehr Häufig Brücken mit nur einer Spur gibt. Die Straßen sind entweder in einem top Zustand oder Schotterpisten. Dazwischen habe ich noch nicht viel gesehen.

Tag 19 – Sonntag

Wie es sich für einen guten Sonntag hier auf Waiheke Island gehört hat der Tag erst mal mit Regen angefangen. Die meiste Zeit habe ich zum Newsletter schreiben genutzt, bin aber nicht ganz fertig geworden. Wir haben dann doch noch gearbeitet und ein bisschen Filme geschaut. Es ärgert mich, dass es mich immer ein wenig stresst den Newsletter zu schreiben, obwohl bis jetzt nur positive Resonanz zurückgekommen ist. Ich hoffe mal dass sich das Schreiben mit der Zeit zu einem Selbstläufer entwickelt. Die Arbeit heute war mal wieder ein bisschen weitergraben. Ins Fitnessstudio muss ich hier wirklich nicht gehen. Ich bin ein bisschen Nervös vor morgen. Ob das mit dem Auto alles so klappt? Und was wenn nicht?

Tag 20 – Montag

Ich hab das Auto! Aber eins nach dem anderen. Heute Morgen dachte ich erst mal der Tag fängt nicht gut an. Kurz vor der vereinbarten Zeit mit dem Mechaniker ruft Lance, der Verkäufer, an und sagt, dass er eine halbe Stunde später kommt. Das hat mich echt ein bisschen genervt, da ich erst ein paar Minuten davor dem Mechaniker den Termin bestätigt hatte. Der Mechaniker war glaube ich nicht ganz so begeistert, hat aber den Termin noch mal nach hinten verschoben. Beide kamen dann gleichzeitig an – immerhin. Bis auf einen längst überfälligen Ölwechsel ist das Auto ok. Mit Lance hab ich mich dann auf 2700$ geeinigt. Wir sind dann erst zu ihm gefahren damit er das Auto leert. Auf dem Weg hab ich dann gleich das Geld von meiner Kreditkarte geholt. Ich hatte Glück und hab alles an einem Automaten ohne Probleme bekommen. 2700$ in 50$ scheinen ist ein ganz schön großes Bündel. So viel Geld hatte ich noch nie in der Hand. Dann ging es direkt zur Post um das Auto umzumelden und ich habe gleich noch die Registrierung verlängert. Nur noch das Geld übergeben und das Auto ist meins. Nach dem gemütlichen Teil vom Tag kam dann die Arbeit – das Auto putzen. Es war wirklich saudreckig - ein Handwerkerauto halt. Gefühlt habe ich heute mindestens 2 Stunden das Auto geputzt. Eine Autoversicherung habe ich dann auch gleich noch abgeschlossen. Sicher ist sicher. Für den Innenausbau vom Auto habe ich schon die ersten Ideen gesammelt. Um die Umsetzung kümmere ich mich aber erst morgen. Craig war den ganzen Mittag über nicht da und ich saß dann einfach nur rum. Das war ein komisches Gefühl, den ganzen Tag nichts körperlich zu machen. Ich hab dann einfach noch angefangen was zu Arbeiten. Die Arbeit macht definitiv zu viel Spaß.

Tag 21 – Dienstag

Heute Abend bin ich schon ein bisschen Traurig. Mein letzter Tag im kleinen Paradies ist vorbei. Ich war wirklich sehr gerne hier und habe die Zeit sehr genossen. Aber ich konnte auch einiges für mich Persönlich mitnehmen.

Heute war der Arbeitsreichste Tag auf der Insel. Morgens habe ich erst mal das Holz der Pergola ordentlich geputzt. Danach bin ich zu Placemakers, der Baumarkt auf der Insel, gefahren und hab das Material für mein Auto gekauft. Alles teurer als Gedacht. Dann erst mal Mittagessen und der Mechaniker hat mein Auto zum Ölwechsel abgeholt. Noch mehr Geld weg. Die Zeit habe ich dann genutzt und hab angefangen die Pergola zu streichen. Das hat mir wirklich riesigen Spaß gemacht und ich hab erst aufgehört als es kurz vorm Regnen war. Danach ging es am Auto weiter. Noch mal mehr Material kaufen und das Bett bauen. Ich vermisse gute Spax-Schrauben. Aber am Ende vom Tag ist das Bett fertig und der Plan ist aufgegangen.

Tag 22 – Mittwoch

Komisches Gefühl heute Morgen. Aufzubrechen von einem gewohnten Umfeld mit einem gewohnten Alltag ins ungeplante nix. Ich hab nur ein Auto mit Bettgestell und ein Campingplatz als Ziel in Paihia. Dann auch noch das erste Mal mit der Autofähre fahren. Ich war echt ein bisschen aufgeregt und nervös vor dem was kommt. Der Abschied von Waiheke ist mir nicht einfach gefallen.

In Auckland bin ich dann erst mal im Warehouse groß einkaufen gegangen. Das ist echt riesig und man bekommt dort alles was man so braucht. Obwohl das meiste recht günstig war habe ich noch mal 300$ ausgegeben. Dafür habe ich jetzt alle Campingausrüstung die ich brauche. Danach habe ich noch Essen und Trinken gekauft und schon geht’s los auf die Straße. Dank Google Maps habe ich auch ein Navi dabei. Der State Highway ist keine Autobahn, aber eine schöne Straße. Ein bisschen war die Strecke wie durch die Alpen Richtung Italien. Die Fahrt verlief ohne Probleme. Nur wurde die Einzige CD die ich habe nach 5-mal durchhören echt langweilig. Der Campingplatz ist sehr schön, sauber und auch noch günstig. Fürs erste Essen habe ich es mir leicht gemacht und einfach nur Toast im Topf getoastet und dazu Baked Beans aus der Dose.

Für eine weitere Folge Narcos hat das WLAN leider nicht gereicht, aber für ein bisschen auf HelpX umschauen. Ich bin dann schon früh ins Bett.

Tag 23 – Donnerstag

Heute Morgen war mal wieder so ein richtiges Tief. Ich hab beschissen geschlafen, da ich gefroren habe. Wohl doch den falschen Schlafsack gekauft für die Jahreszeit. Und nach der ganzen Zeit auf Waiheke Island fühle ich mich plötzlich doch wieder ganz schnell einsam. Auf dem Campingplatz ist es viel schwerer neue Leute kennen zu lernen. Viele sind nur eine Nacht da und ich bin auch zu feige Leute einfach so anzusprechen. Ich muss lernen über meinen Schatten zu springen.

Eigentlich wollte ich bei dem guten Wetter früh aufstehen und gleich probieren den Schnupperkurs beim Tauchen zu machen. Hab dann aber deutlich verpennt. Dafür bin ich dann nach einem Frühstück mit Toast, Nutella, Müsli und Tee aufgebrochen zum Wandern. Beim Wandern sind mir ziemlich viele Dinge durch den Kopf gegangen. Irgendwann dachte ich mir dann, wenn es mir nicht gut geht und ich so viel rumgrüble, warum nicht das tun, was man als Christ viel öfters machen sollte – Beten. Mit jedem Schritt ging es mir danach auch wirklich besser. Der Weg war im Vergleich zu Waiheke Island bei weitem nicht so schön und schon fast eine ausgebaute Straße. Aber am Ende war die ganze Wanderung doch ganz schön. Zum Mittagessen gab es gesunde Wraps wie wir sie auch bei Craig öfters gemacht hatten. Nach dem Mittagessen bin ich dann erst mal in den nächsten größeren Ort gefahren um mir lange Unterwäsche aus Merinowolle zu kaufen. Diese Nacht friere ich nicht mehr. Im Vergleich zu Deutschland sind hier Merinowollene Kleidung echt billig. Im Warehouse hab ich dann noch ein paar CDs gekauft um ein bisschen Abwechslung beim Fahren zu haben. Danach bin ich dann nach Paihia reingelaufen und hab mich bei der Tauschschule für den Schnupperkurs am Sonntag angemeldet.

Zurück auf dem Campingplatz bin ich dann doch endlich mit anderen Deutschen ins Gespräch gekommen. Ich hab erst mal 3 Jungs aus Aalen kennen gelernt und wir haben ein bisschen mit dem Football gespielt. Danach haben wir noch ein wenig mit einem Fußball gekickt und es sind 3 Jungs aus Österreich dazu gekommen. Wir haben dann ein bisschen Fußball gespielt. Voll Motivation hab ich mir dann abends in der Küche noch Käsespätzle gemacht. Dabei habe ich in der Küche noch 3 Jungs aus Kiel kennen gelernt. Wir haben dann noch Wizard mit echten Karten gespielt – Ich hab gewonnen.

Fazit vom Tag: Beten hilft.

Tag 24 – Freitag

So schnell es Bergauf geht kann es auch wieder Bergab gehen. Heute Vormittag war schlechtes Wetter angesagt und ich hab mich erst mal entschlossen nach HelpX zu schauen und meine CV (Englischer Lebenslauf) zu schreiben. Dafür habe ich eigentlich viel zu lange gebraucht. Schwups und es war schon Mittag. Ich hab dann die Jungs aus Aalen wieder getroffen und weil das Wetter nicht besser wurde habe ich mit denen einen Fast and the Furious Marathon begonnen. Ich hab nicht alle Filme mit angeschaut und bin früh ins Bett um morgen mehr aus dem Tag zu machen.

Tag 25 – Samstag

Und es geht noch schlechter. Ich hab in der Nacht kaum geschlafen und musste mich nachts übergeben. Hab wohl irgendwas Schlechtes gegessen. Fühle mich ein bisschen fiebrig, schlapp und appetitlos. Ein Typischer Michael ist Krank Tag. Den ganzen Tag nur gedöst und absolut nichts getan. Das Wetter war aber auch nicht besonders gut und es hat immer wieder geregnet und gestürmt. Hoffentlich geht’s mit morgen besser.

(Spoileralert: Damit mich nicht jeder frägt: Ja mir geht’s wieder gut.)