Es ist mal wieder Zeit für den nächsten Newsletter. Jetzt bin ich schon über eine Woche bei Steiger in Tauranga und genieße die Zeit unter Christen. Vermutlich werde ich auch noch ein oder zwei Wochen hier bleiben und ein wenig Arbeiten.

Viel Spaß beim Lesen.

Grüße aus Tauranga,
Michael


Tag 54: Sonntag

Das war mal wieder ein Sonntag wie ich ihn mag. Ein gemütliches Frühstück mit Freunden am Morgen, Dann gemeinsam in einen guten Gottesdienst gehen und zum Mittagessen bei den Leitern von Steiger Neuseeland eingeladen sein. Zum Mittag gab es dort mal wieder leckere selbstgemachte Sandwiches. Wir hatten dann noch viele interessante Gespräche. Bryce, einer der Leiter, hat mir noch angeboten am Abend mit ein paar Freunden zu reden ob die vielleicht einen Job für mich haben. Da bin ich mal gespannt ob was daraus wird.

Am Nachmittag sind wir (Steffi, Rüdi und ich) noch auf den Mt. Maunganui gegangen. Das ist ein kleiner “Berg” in Tauranga mit einer schönen Aussicht.

Zum Abendessen hat Sarah ein leckeres Essen gekocht und wir hatten am Abend wieder einige gute Gespräche. Spontan sind wir dann noch zum Supermarkt und haben L&P (eine Art Sprite) und Ginger Bier (Ingwerbier - Alkoholfrei) gekauft und eine kleine Verkostung gemacht. Einige von uns, mich eingeschlossen, hatten das noch nie Probiert. Das gehört aber wohl zu den Dingen die man in Neuseeland probieren muss.

Tag 55: Montag

Die erste Nachrichten die jeder hier von uns heute bekommen hatten waren “Geht’s dir gut?”. Das hat bei uns erst mal für Verwirrung gesorgt und wir mussten zuerst mal Nachrichten lesen um zu wissen was eigentlich los ist. Es gab ein schweres Erdbeben auf der Südinsel. Man hat das bei unser aber nicht wirklich spüren können und wir haben es einfach verschlafen.

Heute morgen gab es dann noch mal ein gemütliches gemeinsames Frühstück bevor Steffi und Rüdi wieder weitergereist sind. Schade, dass das Wetter nicht besonders gut ist. Wäre das Wetter besser hätte ich mitkommen können und den Tongariro Alpine Crossing mitlaufen können. Es war schöne ein paar Tage mit Freunden zu verbringen.

Der Rest vom Tag war dann auch eher Langweilig. Ich hab den Newsletter geschrieben und verschickt und an meinem Blog weitergearbeitet. Bryce hat gestern vergessen mit seinen Freunden zu reden. Jetzt hat er aber noch mal ein paar Infos von mir bekommen und hat diese weitergeleitet. Ich bin sehr gespannt ob sich da etwas ergibt. Mein Plan wäre jetzt aktuell bis Sonntag noch nach Arbeit zu suchen. Wenn ich bis dahin nichts passendes finde reise ich einfach weiter.

Tag 56: Dienstag

Den Tag heute habe ich mal wieder Hauptsächlich vor dem Laptop verbracht. Dafür bin ich ein gutes Stück an meinem Blog weitergekommen. Bis zum nächsten Newsletter sollte er dann auch schon Online sein. Am Abend saßen wir noch gemütlich zusammen und haben geredet. Ximena, eine Backpackerin aus Chile die schon seit einem halben Jahr im The Wharf wohnt, hat einen neuen Flower Picking Job bekommen. Auf einmal meinten dann alle, ich solle doch einfach dort mitgehen und arbeiten. Und so schnell hat man einen Job. Sarah zieht morgen aus und wir sind dann zum Abschluss noch spontan in eine Therme gefahren. Ein sehr entspannter Abend.

Tag 57: Mittwoch

Hilfe ich habe einen Job!

Heute Morgen hat es erst Mal geregnet und wir haben die Nachricht bekommen, dass die Arbeit später anfängt. Dafür konnten wir dann Sarah noch beim Umzug helfen. Kurz nachdem wir dann damit fertig waren kam auch schon die Nachricht, dass wir jetzt Arbeiten anfangen können. Ich hatte keine wirkliche Ahnung was Flower Picking eigentlich ist.

Flower Picking:
Beim Flower Picking sammelt man die Blüten von Kiwibäumen. Es gibt männliche und weibliche Bäume und man darf nur die Blüten der männlichen Bäume nehmen. Die Blüten kommen dann zu einer Mühle und dort werden dann die Pollen extrahiert. Die Pollen wiederum werden dann später wieder genommen um die weiblichen Kiwibäume zu befruchten und die Bienen zu unterstützen.

Wir schätzen unseren Stundenlohn heute auf 15$. Das wäre gar nicht mal so schlecht. Am Abend war ich dann recht müde und hungrig. Als wir dann nach Hause gekommen sind waren Miriam und Dave gerade fertig mit Kochen. Das Beste was einem passieren kann.

Tag 58: Donnerstag

Auch wenn heute ein Arbeitstag war und er ganz und gar nicht perfekt war, war es heute doch definitiv einer der cooleren Tage.

Wir haben den Wecker heute auf 5 Uhr gestellt nur um dann festzustellen, dass es regnet. (Man darf bei Regen keine Blüten pflücken, da es irgendeine Krankheit gibt die dann die Bäume befallen kann.) Wir sind dann erst um 7 Uhr losgefahren. Die Zeit dazwischen habe ich dann für ein gemütliches Frühstück und ein paar Nachrichten schreiben genutzt. Bei der Arbeit mussten wir dann erst mal noch Warten bis die Bäume trockener wurden. In der Zeit hatte ich dann ein spannendes Gespräch mit dem Vater von unserem Arbeitgeber. Ich hab endlich mal erfahren warum wir überhaupt die Arbeit machen. Er ist ein Maori und wir haben uns noch gut über die Geschichte und Kultur unterhalten. Er war sehr beeindruckt, dass ich mich dafür interessiere und dass ich in Waitangi war. Die Arbeit lief eigentlich ganz gut außer dass es immer wieder geregnet hat und wir Pausen machen mussten. Am Ende sind wir dann noch eine ganze Stunde im Auto gesessen bis wir uns dann doch entscheiden haben zu gehen. Eigentlich verschwendete Zeit, aber ich hatte bevor wir gefahren sind noch ein echt gutes Gespräch mit zwei Maori über Glauben und Religion. Und das mit den zwei Menschen wo ich es vermutlich am wenigsten erwartet hatte. Und das spannende ist, dass das Gespräch nur damit angefangen, dass ich meinen Namen gesagt habe und einer der Beiden dann meinte: “Ah, Michael, it’s a Name out of the Bible”.

Am Abend war dann in der Wohnung noch das Community Meal. Die Wohnung war richtig voll und es waren einige neue Leute da. Es gab wieder leckeres Essen und tolle Gespräche. Meine Errungenschaft für den Abend war eine ganze Weile mit einem anderen Deutschen nur Englisch zu reden bis er dann irgendwann fragte woher ich eigentlich komme.

Tag 59: Freitag

5 Uhr Aufstehen, Frühstücken, SMS bekommen. “Sorry Guys, there bringing the bees in. No Work today.” Heute also doch keine Arbeit. Und dafür bin ich um 5e aufgestanden. Im laufe vom Tag hat sich dann herausgestellt, dass es auch morgen keine Arbeit gibt. Am Vormittag habe ich dann meinen Blog fasst fertig bekommen.

Am Nachmittag habe ich die anderen davon überzeugt was zu Unternehmen und wir sind in den McLarren Falls Park gefahren. Ein sehr schöner Park und ein toller kleiner Spaziergang.

Am Abend habe ich dann meinem Blog fertiggestellt. Eine Baustelle weniger. Ximena und Alicia, eine andere Chilenin, haben fleißig nach einer anderen Arbeit gesucht und sind auch fündig geworden. Ich hab heute mal wieder gekocht. Spätzlespfanne a la G6. (Geheimrezept aus meiner WG)

Tag 60: Samstag

Heute Morgen haben wir mal wieder zu einer Humaneren Zeit um 8e angefangen zu Arbeiten. Vor Ort hat keiner den Menschen gekannt mit dem wir auf Facebook geschrieben hatten und wir wurden mal auf Verdacht einem Arbeitgeber zugeteilt. In der Obstplantage kann man für verschiedene Arbeitgeber arbeiten. Heute war kein guter Tag fürs Flower Picking und wir haben schon nach dem Mittagessen aufgehört. Wir haben dann noch einen Arbeitsvertrag bekommen und wurden dann von 5,50$ pro KG anstatt wie über Facebook 8$ pro KG überrascht. Wir wurden wohl dem falschen Arbeitgeber zugewiesen. Das wurde dann später auch bestätigt, als wir unseren Kontakt auf Facebook noch mal angeschrieben haben. Ich hatte aber noch ein interessantes Gespräch mit den Besitzern der Plantage und hab mal wieder mehr über die Hintergründe der Arbeit gelernt. Alles in allem aber ein frustrierender Tag. Für gerade mal 5$ pro Stunde effektiv zu Arbeiten macht keinen Spaß. Um Ehrlich zu sein mache ich die Arbeit auch nur weil ich damit ein paar Leuten hier aus Chile, die Dringend Arbeit brauchen, helfe. Ich hab halt ein Auto und kann fahren. Morgen wollen wir uns dann mit der richtigen Person treffen und für mehr Geld arbeiten.

Am Abend war die Wohnung dann mal wieder voller. Heute war Open Mic Night. Ich hatte die Ehre zwei Lieder auf der Trompete spielen zu “dürfen”. (Meine geniale Performance ist sogar auf Facebook gestellt worden :)) Da ich nicht wirklich Noten außer Weihnachtslieder dabei habe ist es dann “Amazing Grace” und “Es ist ein Roß entsprungen” geworden. Ich durfte auch endlich mal wieder hinter ein Mischpult sitzen. Hat Spaß gemacht auch wenn ich mein eigenes Mischpult von zu Hause vermisst habe. Der Abend war echt genial und am Ende haben ein paar Leute noch Spontan gemeinsam richtig gute Musik gemacht. Ich hatte noch ein richtig gutes Gespräch mit einem Freiwilligen von Steiger. Jetzt habe ich zwei Einladungen für Weihnachten und eine zum Surfen lernen.