Neuseeland #14 – Jetzt wird gewandert
Hallo zusammen,
diese Woche wurde gewandert. Und es gibt diese Mal noch mehr Bilder. Weihnachten steht schon fasst vor der Tür und ich bin sehr gespannt was mich die nächsten Tage erwartet.
Viel Spaß beim Lesen.
Grüße aus New Plymouth,
Michael
Tag 82: Sonntag
Der Sonntag heute war mal wieder ein richtig guter Tag. Ich hab gefühlt aber nicht besonders gut geschlafen und bin recht früh aufgewacht und hab nur noch gedöst. Ich hatte dann ein sehr einfaches Frühstück mit Brötchen und Nutella. Ich zu früh fertig um direkt zur Kirche zu fahren und bin erst mal in die Nähe gefahren und hab noch ein bisschen gewartet. Eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn bin ich dann zu Kirche um dort noch einen Kaffee zu trinken und ein wenig mit den Leuten zu reden. Das finde ich hier generell sehr angenehm, dass die meisten Kirchen hier vor dem Gottesdienst ein Café haben in dem es richtig guten Kaffee gibt. Man hat dann sehr einfach die Möglichkeit mit anderen schon mal ins Gespräch zu kommen. Der Gottesdienst war ganz gut und die Lobpreismusik war sehr gut. Nach dem Gottesdienst wurde ich von einer Frau hinter mir angesprochen und nach einem kurzen Gespräch war ich schon für den Abend zum Abendessen und einem Hauskreis eingeladen. Das habe ich natürlich dankend angenommen.
- C3 Church Taupo
Nach der Kirche habe ich dann erst mal ordentlich Geld ausgegeben. Ich will gerne eine mehrtägige Wanderung machen und dafür brauche ich doch noch ein bisschen andere Ausrüstung. Und wie es halt so ist, wenn es gute Angebote gibt, man kauft mehr, als man unbedingt bräuchte. Aber man hat ja auch richtig Geld gespart. Und immerhin kann ich das, was ich gekauft habe auch mit nach Hause nehmen und es wird ein Leben lang halten. Bis zum Abendessen habe ich mich dann noch weiter auf meine geplante Wanderung vorbereitet und informiert.
Ich bin dann irgendwann zum Abendessen gefahren und wurde sehr herzlich begrüßt. Es hab ein einfaches Essen aber auch für diese Abwechslung bin ich dankbar. Wir hatten sehr gute Gespräche während dem Essen und es ist toll, die Familie mehr kennenzulernen. Nach dem Essen hatten wir noch ein wenig Zeit bis zum Hauskreis und wir hatten noch weitere gute Gespräche. Der Hauskreis war etwas anders, als ich ihn von zu Hause gewohnt bin, aber sehr gut. Es hab gute Diskussionen und ich hab den Stil sehr gemocht.
Ich bin dann um 10e rum gegangen und zu einem anderen kostenlosen Campingplatz gefahren. Wäre aber nicht bereits die Oma zu Besuch gewesen, hätte mich die Familie sogar eingeladen.
Ein richtig guter Tag!
Tag 83: Montag
Der Campingplatz sah am Morgen dann nicht mehr ganz so toll aus und es gab eine Schlange vor dem Klo. Ich bin dann einfach ohne Frühstück abgefahren. Da ich die mehrtägige Wanderung wirklich gerne machen will, bin ich erst mal wieder zum National Park gefahren um dort nach den Witterungsbedingungen zu fragen. Dort wurde mir dann aber gesagt, dass es keine gute Idee ist, da alle Flüsse durch den Regen überflutet sind. Gestern musste sogar eine Frau von der Wanderung gerettet werden. Dafür meinte die Dame von der Information dann aber, dass ich das Tongariro Crossing morgen machen könnte. Es könnte etwas kalt werden aber ansonsten gutes Wetter. Also wird es dann wohl das Crossing morgen. Ich bin dann wieder nach Turangi zum Campingplatz, bei dem ich schon mal war, gefahren. Heute ist dann wohl doch noch mal ein Ruhetag und ich habe Zeit den Newsletter zu schreiben. Den habe ich dann auch fertig bekommen und verschickt. Ich hab dann den Shuttle für Morgen gebucht und meinen Rucksack gepackt.
Tag 84: Dienstag
Heute Morgen heißt es dann erst mal früh aufstehen. Ich hab den Shuttle um 7 Uhr 30 gebucht um dann, um 8 Uhr loslaufen zu können. Und ich muss erst noch zum National Park fahren. Zum Frühstück gab es Nutella Brot mit dick butter, der perfekte Start in den Tag. Auch wenn natürlich echtes Nutella besser gewesen wäre.
Am Start vom Crossing sieht man dann mal, wer so alles, mit welcher Ausrüstung losgeht. Mein Favorit waren Japaner, die schon vor dem loslaufen nach wärmeren Socken gefragt haben. Generell sind die meisten Leute erst mal mit allen Klamotten losgelaufen. Was wollen die armen Menschen machen, wenn es dann auf dem Berg so richtig kalt wird? Die meisten mussten dann nach einem Kilometer auch schon Anhalten, um einige Schichten Klamotten wieder auszuziehen. Ich hab am Start erst mal den Pulli in den Rucksack gepackt und bin mit kurzem T-Shirt losgelaufen. Wenn man startet, ist es erst mal wie auf einer Autobahn. Den Crossing machen echt sehr viele Menschen.
Die ersten zwei Kilometer sind ganz entspannt und quasi eben. Dann komm erst mal die letzte Toilette für die nächsten 17 Kilometer. Natürlich hat es dort eine lange Schlange. Das sieht sehr amüsant aus, wenn irgendwo im Nirgendwo sich eine Schlange vor einer Toilette bildet. Der erste Anstieg lässt dann einen schon mal ganz gut ins Schwitzen kommen. Wenn man dann oben ist, spürt man auch schon ordentlich den Wind und es wird Zeit für die nächste Schicht Kleidung.
Jetzt musste ich mich auch entscheiden, ob ich den Gipfel vom Mt. Ngauruhoe, besser bekannt als Schicksalsberg aus Herr der Ringe, besteigen möchte. Das Ganze sind gute 3 Stunden extra. Klingt doch nach einer ganz guten Herausforderung. Der Anstieg war dann über Lavageröll und es gab keinen Weg und keine Markierungen. Oben angekommen erwartet einen dann Schnee und Eis. Der erste Teil vom Anstieg war eher ein Schritt voran und ein halber Schritt zurück. Das Lavageröll ist fast wie Sand und man muss ständig aufpassen, dass man keine Steine von oben abbekommt. Man kann dann irgendwann zu festerem Gestein wechseln, dafür muss man dann aber auch mehr klettern. Der Aufstieg ist wirklich sehr anstrengend. Wenn man dann oben ist, wird es nicht viel einfacher. Jetzt kommt der Schnee, Eis und ein starker Wind. Zum Krater läuft man dann noch mal über ein Schnee / Eisfeld. Aber ein tolles Gefühl wenn man es dann geschafft hat. Man genießt es aber nicht allzu lange, da es dann doch recht kalt wird. Ich hatte mit dem Wetter sehr viel Glück und während meinem Aufstieg hatte ich eine wunderbare Aussicht. Kaum war ich oben, ist es zugezogen und man war mitten in einer Wolke und hat keine 5 Meter weit mehr gesehen. Da realisiert man dann auch, wie schnell es doch gefährlich werden kann. Der Weg runter war dann um einiges leichter. Man ist einfach möglichst kontrolliert den Berg runtergerutscht. Garantiert sehr gut für die Schuhe. Auf dem Berg hat man die verrücktesten Leute gesehen. Manche sind dort mit normalen Turnschuhen und kurzer Hose und nur einem Pulli hochgegangen. Generell sieht man viele mit der falschen Ausrüstung. Ich hab insgesamt zwei Stunden hoch und eine Stunde runtergebraucht. Danach war dann erst mal Zeit fürs Vesper und ich hab mich mit ein paar Australiern unterhalten.
- Der Start
- Mt. Ruapehu
- Mt. Ngauruhoe
- Die klos im Nirgendwo
- Aussicht beim Aufstieg
- Schnee und Eis auf dem Gipfel
- Schnee und Eis auf dem Gipfel
- Geschafft!
- Geschafft!
- In der Wolke
- Abstieg
- Abstieg (Das Bild ist waagerecht)
- Mt. Ngauruhoe in der Wolke
Die nächste Stunde ist dann wieder angenehm eben. Danach kommt dann wieder ein ordentlich steiles Stück zum Rand vom roten Krater. Dort kommt dann auch wieder deutlich mehr Wind, da man komplett ungeschützt ist. Als Nächstes kommen ein paar Schwefelseen in den man aber nicht Baden sollte und die auch ordentlich stinken. Den Tongariro Gipfel habe ich heute mal ausgelassen. Nach den Seen kommt dann auch bald schon der letzte Anstieg und danach geht es fast nur noch bergab. Irgendwann kommt dann noch eine Hütte und man vermisst sofort unsere bewirtschafteten Hütten. Jetzt ein kühles Bier wäre einfach das Beste. Am Ende hat es sich dann noch mal ordentlich gezogen und meine Füße haben angefangen wehzutun. Ich war dann doch ganz froh wieder an meinem Auto zu sein. Endlich mal eine gute Herausforderung. Anstatt Bier gab es dann halt nur ein kühles L&P am Parkplatz. Das war sogar relativ günstig. Ich hätte auch das Doppelte dafür bezahlt.
- Ebener Teil
- Aufstieg zum roten Krater
- Roter Krater
- Schwefelseen
- Letzter Anstieg
- Berge
- Abstieg
- Abstieg
- Geschafft!
Auf dem Weg zum Campingplatz hab ich dann noch zwei Anhalter mitgenommen. Es war zwar recht eng, und ich musste mein ganzes Zeug auf mein Bett schmeißen, aber ich musste sowieso alles neu sortieren. Die beiden haben sich aber sehr gefreut. Ich bin dann in Richtung Mt. Egmont National Park gefahren und hab unterwegs einen Campingplatz rausgesucht. Morgen ist erst mal ein Tag Pause und ich habe vor den Forgotten World Highway zu fahren.
Am Campingplatz hab ich dann erst mal mein Auto wieder in Ordnung gebracht und geduscht. Danach hab ich mich in die Küche zu den anderen gesetzt. Die meisten auf dem Campingplatz machen die Wanderung vom Nördlichsten zum südlichsten Punkt in Neuseeland. Ein angenehmer internationaler Mix und tolle Gespräche. Wenn man so von der Wanderung hört, bekommt echt Lust die Wanderung selbst zu machen.
Tag 85: Mittwoch
Heute war dann Mal ein entspannter Tag eingeplant. Nachdem ich bei meinem Frühstück meine letzten Vorräte gegessen habe, bin ich erst mal einkaufen gegangen. Dann ging es ganz entspannt auf den 150 KM langen Forgotten World Highway. Man hat bei Regenwetter zwar nicht den besten Ausblick, aber das Fahren macht mir trotzdem Spaß. Das ist genau meine Art von Straße. Da muss man wenigstens Auto fahren können. Zwischendurch kommt ein einspuriger Tunnel, bei dem ich angehalten bin, um Fotos zu machen. Kaum bin ich ausgestiegen, höre ich von der anderen Straßenseite jemand, „Hey, Michael!“, rufen. Da trifft man einfach mitten im Nirgendwo wieder Leute aus Tauranga. Zufälle die gibt es einfach nicht. Am Ende vom Highway kam dann sogar noch die Sonne raus. 150 KM in 3 Stunden – ohne Stau. Die Fahrt hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.
In Stratford bin ich dann erst mal wieder zur i-Site und hab mich nach einer mehrtägigen Wanderung im Mt. Egmont National Park erkundigt. Für morgen sieht es aber leider eher schlecht aus. Ich hab dann einige Zeit in einem Café verbracht und dann um 3 Uhr Neuseelands einziges Glockenspiel angeschaut. Das ist aber im Vergleich zu unseren Glockenspielen nichts. Es wird eine Szene aus Romeo und Julia gespielt.
Ich bin dann zum Mt. Egmont Information Center gefahren um dort vor Ort noch mal Informationen über die Wanderung abzuholen. Aber wird morgen wohl wirklich eher nichts. Dafür wird es danach besseres Wetter und es sollte kein Problem sein die Wanderung zu machen. Ich bin dann zu einem Campingplatz in der Nähe gefahren. Im Restaurant hat man dort 20 % Rabatt bekommen und ich hab mir mal wieder nach langer Zeit ein ordentlich Steak und ein Bier gegönnt.
- Tunnel auf dem Highway
- Tunnel auf dem Highway
- Aussicht auf dem Highway
- Glockenspiel
- Mt. Taranaki
- Abendessen
Tag 86: Donnerstag
Ich hätte die Wanderung ja auch wirklich bei nicht ganz so perfekten Wetter gestartet, aber nicht bei dem Wetter heute Morgen. Ich hatte nicht mal Lust zu frühstücken und hab nur kurz geduscht und bin dann nach New Plymouth gefahren. Wird dann heute wohl doch noch mal ein Tag Zwangspause. Immerhin kann man in New Plymouth auch Sachen bei Regenwetter machen. Zuerst habe ich mir das kostenlose Museum angeschaut und danach bin ich dann in den kostenlosen Zoo gelaufen. Immerhin war es einige Zeit trocken. Auf dem Rückweg hat es dann angefangen richtig zu Regnen. Ohne ein Frühstück hatte ich so langsam richtig Hunger und ich hab mir einen Kebab geholt. Sehr lecker, aber auch sehr teuer. 10 $ für einen kleinen Kebab. Danach bin ich in die Bücherei und hab einfach mal ein ganzes Buch gelesen. Am Abend bin ich wieder in den National Park gefahren, hab meinen Backcountry Hut Pass gekauft und alles für die Wanderung vorbereitet. Immerhin kann man auf dem Parkplatz kostenlos übernachten.
- Zoo
- Zoo
- Kebab in Neuseeland
- Mt. Taranaki
Tag 87: Freitag
Endlich kann ich meine erste mehrtägige Wanderung in Neuseeland starten. Das hat jetzt auch lange genug gedauert. Am Morgen bin ich dann, nachdem ich fertig gepackt habe und gefrühstückt habe, um 8 Uhr aufgebrochen. Als Erstes ging es ziemlich lange nur bergauf, das war recht anstrengend. Ich hatte das Gefühl alleine zu Wandern und hab bis kurz vor der ersten Hütte niemand anderes gesehen. Zum Mittag war ich bei der ersten Hütte angekommen und hab dort gevespert. Dort sind dann auch drei Deutsche, die hinter mir waren, vorbeigekommen. Die machen aber nicht die gleiche Wanderung wie ich. Ich bin dann weiter zur nächsten Hütte gelaufen und es wurde immer schlammiger. Irgendwann hab ich dann aufgegeben meine Schuhe sauber zu halten und bin einfach mitten durch. Dementsprechend haben dann meine Schuhe und Hose am Ende auch ausgesehen. Auf dem Weg sind mir dann noch drei Leute entgegengekommen. Einer davon hat die Wanderung gestern gestartet und ich bin froh, dass ich es nicht getan habe. Ich war dann schon um 2e in der Hütte für die Nacht angekommen. Dort war dann nur ein Neuseeländer, der aber nur für den Tag da ist. Er hat mir dann noch ein paar gute Tipps gegeben und ich hab schon mal angefangen den Ofen anzufeuern, damit ich es heute Abend auch warm habe. Es sind dann noch drei Deutsche vorbeigekommen, die aber auch nur eine Tagestour machen. Nachdem dann wieder alle gegangen sind, hatte ich wirklich das Gefühl, heute Abend hier alleine zu sein. Ich bin dann noch mindestens eine Stunde einfach nur vor dem Feuer gesessen und hab die angenehme Wärme genossen. Dann sind auch doch noch die ersten anderen angekommen. Am Ende waren wir 24 Leute in einer 16-Bett Hütte. Ich war der einzige Deutsche und es waren sehr viele Nationalitäten vertreten. Niederländer, Belgier, Franzosen, Schweizer, Neuseeländer und Israeliten. Es war ein richtig guter Abend mit all den Leuten. Endlich mal nicht nur Deutsche.
- Los geht's!
- Der Weg zur Hütte
- Der Weg zur Hütte
- Vesper in der Hütte
- Der Weg zur Hütte
- Schlamm soweit das Auge reicht
- Der Weg zur Hütte
- Aussicht von der Hütte
- In der Hütte
- Am Abend in der Hütte
Tag 88: Samstag
Heute Morgen habe ich dann erst mal ganz gemütlich gefrühstückt. Einer der andere meinte dann, er bewundere, wie die Deutschen sich immer Zeit für ein ordentliches Frühstück nehmen. Danach habe ich gemütlich wieder gepackt und bin aufgebrochen. Ich durfte mich dann glücklich schätzen, ein Bild vom Mt. Taranaki in der Spiegelung von einem See zu machen. Manche Leute brauchen dafür wohl Wochen, da das Wetter dafür sehr gut sein muss. Der erste Teil vom Weg war recht herausfordernd und ich war sehr froh, diesen Weg nicht hochlaufen zu müssen. Am Ende bin ich dann nicht den schnellsten Weg zurück und hab noch mal einen herausfordernden Weg zum Abschluss ausgewählt. Am Parkplatz hat man dann wieder einige von der Hütte getroffen und wir haben uns spontan noch zusammengesetzt und ein bisschen geredet. Irgendwann sind dann alle aufgebrochen und ich bin wieder nach New Plymouth gefahren. Auf dem Weg habe ich noch eine Anhalterin aus Frankreich aufgegabelt. Ich hab mir denn einen ordentlichen Campingplatz erlaubt und dort erst mal eine warme Dusche genossen und meine Wäsche gewaschen. Neben mir waren drei Neuseeländer, die mich auch gleich auf ein Bier eingeladen haben. Ich hab dann den Abend mit denen verbracht und wurde dann auch noch mit Essen versorgt. Am Ende vom Abend hatte ich dann auch eine Einladung für den 24. In Hamilton. So langsam habe ich wirklich zu viele Optionen für Weihnachten. Aber das waren wirklich sehr nette Leute.
- Mt. Taranaki
- Mt. Taranaki
- Mt. Taranaki
- Henry Peak
- Brücke auf dem Abstieg
- Brücke auf dem Abstieg
